cafe neundrei ★9.3

Café · Berlin · ⭐ 9.3/10 · 1889 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-06 11:05:40

Adresse: Monbijoupl. 2, 10178 Berlin, Deutschland

Eine gelernte Konditorin, ein Jahrgang, in dem andere noch ihre Ausbildung abschließen, und eine Vitrine, in der kein Ei und keine Sahne vorkommt: cafe neundrei ist 2015 als sehr eigenwillige Idee an den Monbijouplatz gekommen und dort geblieben. Nicht als veganes Statement-Lokal, sondern als Konditorei, die ihre Torten aus reiner Neugier ohne tierische Zutaten baut — und dabei besser geworden ist als die meisten Häuser, die den Umweg gar nicht erst versuchen.

Höhepunkte

  • Eine vollständig pflanzliche Kuchenvitrine, gebaut von einer klassisch ausgebildeten Konditorin — nicht von Quereinsteigern mit Ersatzprodukten.
  • Gegründet im März 2015 von Laura Blume, damals einundzwanzig, ein paar Jahre nach der Lehre in einer Prenzlauer Berger Pâtisserie.
  • Drei Torten wechseln täglich in der Auslage, dazu Kastenkuchen, Riegel, Power Balls und Cookies — die Vitrine sieht nie zweimal gleich aus.
  • Ganze Torten auf Vorbestellung: Passionsfrucht-Zitrone, dunkle Schokolade, Erdbeer-weiße-Schokolade, Kokos-Himbeer-Limette.
  • Ein Frühstück, das den Süßkram ausgleicht: Porridge, Bircher Müsli, Chiapudding, Açaí-Bowl, hausgemachtes Granola, belegte Bagels.
  • Mittags drei täglich wechselnde Salate und eine vegane Tagessuppe oder ein Eintopf — eine Konditorei, die auch ernsthaft Mittagsgeschäft macht.

Was in der Tasse ist

Der Kaffee hier ist ordentlich gemacht und tut das, was er in einem Konditoreicafé tun soll: Er trägt den Kuchen. Cappuccino und Flat White werden regelmäßig gelobt, die Milchschaumdisziplin stimmt, und wer morgens auf dem Weg durch Mitte einen verlässlichen Becher braucht, bekommt ihn. Was Sie hier nicht finden, ist die Inszenierung einer Specialty-Bar mit Gaströstern, Brühmethoden zur Auswahl und Verkostungsnotizen an der Wand — das ist nicht das Geschäftsmodell.

Wichtiger für den tatsächlichen Besuch ist die Breite: Kaffee in allen üblichen Formen, Matcha in mehreren Varianten, heiße Schokolade — die vegane Version wird häufiger empfohlen als die konventionelle —, Smoothies und eine kleine Auswahl ungewöhnlicher Limonaden aus dem Kühlregal. Pflanzliche Milch ist hier keine Option gegen Aufpreis-Diskussion, sondern der Normalfall, weil das ganze Haus so gebaut ist.

Die ehrliche Empfehlung lautet deshalb: Kommen Sie wegen der Vitrine und lassen Sie sich das Getränk dazu geben. Ein Milchkaffee zu einem Stück Mousse-Torte ist hier die richtige Reihenfolge — umgekehrt wird der Besuch beliebig.

Wer dahintersteht

Laura Blume hat vor dem Café Produktdesign studiert und dann doch das Handwerk gewählt: eine Konditorlehre in einer Pâtisserie in Prenzlauer Berg, also die konventionelle Schule mit Butter, Sahne und Ei. Der Wunsch, dieselben Techniken ohne tierische Zutaten anzuwenden, war der Auslöser für den eigenen Laden — sie eröffnete im März 2015 mit einundzwanzig Jahren, in frisch renovierten Räumen und ohne großes Aufsehen.

Genau diese Reihenfolge — erst das klassische Handwerk, dann der Verzicht — erklärt, warum die Torten hier funktionieren. Statt Fertigmischungen und Sahne-Ersatz aus der Dose wird mit Cashewcreme, alternativen Süßungsmitteln und der Statik gearbeitet, die man in der Lehre lernt: Böden, die tragen, Mousse, die schneidbar bleibt, Süße, die nicht alles überdeckt. Wer sonst von veganen Torten enttäuscht war, hat meist Konditorei ohne Konditorin gegessen.

Der Betrieb ist entsprechend gewachsen, blieb aber ein Handbetrieb mit kleinem Team — inhabergeführt, ohne Filialen, ohne Franchise. Das hat eine Kehrseite, die man kennen sollte: Der Ton an der Theke ist berlinisch knapp und effizient. Wer Servicewärme im Wiener Sinn erwartet, wird sich wundern; wer weiß, dass hier gearbeitet wird, bekommt genau das, wofür er gekommen ist.

Wofür es sich eignet

Arbeiten am Laptop — ja, mit Maß. Das Haus gehört zu den wenigen in dieser Ecke von Mitte, in denen das ausdrücklich geht: kostenloses WLAN, Steckdosen an mehreren Plätzen, mehrere Räume über zwei Ebenen, sodass man sich aus dem Betrieb herausziehen kann. Die Einschränkung liefert das Mobiliar: Ein Teil der Sitzgelegenheiten sind Bänke ohne Lehne und runde Hocker — bequem für zwei Stunden, nicht für einen Arbeitstag. Und über die Mittagszeit ist ein großer Tisch für einen Rechner keine gute Idee.

Kuchen und Kaffee am Nachmittag. Die Kernnutzung. Drei Torten, wechselnde Kleinigkeiten, eine Vitrine, vor der man länger steht als geplant.

Frühstück ohne Verabredung mit dem eigenen Magen. Porridge, Bowls und Müsli statt Bratenfett — die leichte Variante des Berliner Morgens, und deshalb bei Leuten beliebt, die vor der Arbeit noch etwas essen wollen.

Ein Gespräch zu zweit. Sehr gut, weil die Aufteilung in mehrere Räume echte Nischen schafft. Wer es ruhig will, geht von der Theke weg nach hinten oder auf die andere Ebene.

Allein sitzen. Naheliegend — viel junges Publikum, Einzelbesucher sind hier die Regel und niemand schaut, wie lange die Tasse schon leer ist.

Torte zum Mitnehmen oder zum Fest. Ganze Torten werden auf Vorbestellung gemacht; das ist in Berlin die naheliegende Adresse, wenn beim Geburtstag jemand vegan isst und trotzdem alle dasselbe essen sollen.

Der Raum

Das Café liegt ein paar Stufen über Straßenniveau und verteilt sich über zwei Ebenen und mehrere kleinere Räume — die Grundfläche wirkt dadurch größer, als sie auf dem Papier ist, und man findet fast immer eine Ecke, in der man nicht mitten im Betrieb sitzt. Die Renovierung hat den Räumen einen kühleren, klareren Ton gegeben als früher; hell, aufgeräumt, mit der Vitrine als einzigem echten Blickfang.

Das Mobiliar ist Programm und teilt die Gäste: runde Holzhocker, Bänke ohne Rückenlehne, an denen man sich an die Wand lehnt. Das ist designfreundlich, sieht gut aus und sagt zugleich ziemlich deutlich, dass hier keine Sessel-Nachmittage vorgesehen sind. Wer Rückenlehnen braucht, sollte gezielt danach fragen oder sich für den Fensterplatz entscheiden.

Die Lage tut ihr Übriges: etwas versteckt am Platz, abseits der Hauptrichtung des Besucherstroms. Dadurch ist es voll, aber selten überrannt — die typische Beobachtung von Gästen lautet, dass man auch bei gefülltem Laden meist ohne langes Warten einen Platz bekommt.

Mehr als Kaffee

Gebacken wird selbst, und das ist der ganze Punkt des Hauses. In der Auslage stehen täglich drei wechselnde Torten — Mousse-Torten, Cheesecakes, Buttercremetorten, alle pflanzlich —, dazu Kastenkuchen, hausgemachte Riegel, Power Balls und Cookies. Für Bestellungen gibt es feste Klassiker: Passionsfrucht-Zitrone, dunkle Schokolade, Erdbeer-weiße-Schokolade, Kokos-Himbeer-Limette, gesalzene Erdnussbutter mit Schokolade, Blaubeer-Mousse.

Die herzhafte Seite ist kein Anhängsel. Zum Frühstück gibt es belegte Bagels und Brötchen, Chiapudding, Açaí-Bowl, Bircher Müsli, hausgemachtes Granola und frisch gekochten Porridge mit Obst. Mittags stehen drei täglich wechselnde Salate bereit sowie eine vegane Tagessuppe oder ein Eintopf. Nicht alles im Haus ist vegan — auf der herzhaften Seite gibt es auch klassische Belegungen —, aber die pflanzliche Variante ist nie die Verlegenheitslösung, sondern die durchdachtere Hälfte der Karte.

Wann kommen

Der Vormittag gehört dem Frühstück und den Alleinarbeitenden, der Nachmittag der Kuchenvitrine — und das ist auch die beste Zeit für den ersten Besuch, weil dann die meisten Torten des Tages noch komplett sind. Wer eine bestimmte Torte im Kopf hat, kommt früher: Die Auslage wird nicht nachgebacken, wenn ein Stück weg ist, ist es weg.

Anders als die meisten Nachbarn gönnt sich das Haus einen Ruhetag in der Woche, und die Wochenendzeiten weichen von den Werktagszeiten ab — vor einem gezielten Besuch lohnt sich deshalb ein Blick in den Zeitplan-Block auf dieser Seite. Wer es ruhig mag, kommt an einem Werktagvormittag; am Wochenende ist der Platz voller Ausflügler auf dem Weg zur Museumsinsel.

Anfahrt

Berlin-Mitte, am Monbijouplatz gegenüber dem Park, etwas abseits der Hauptachse. Vom S-Bahnhof Hackescher Markt sind es wenige Minuten zu Fuß, die Museumsinsel liegt auf der anderen Seite der Spree, die Hackeschen Höfe in der Gegenrichtung. Weil das Café ein Stück zurückversetzt liegt, läuft man leicht daran vorbei — das ist der Grund, warum es trotz Toplage nie ganz zum Touristencafé geworden ist.

Gut zu wissen

Vier Punkte. Erstens: Die Kuchenvitrine ist pflanzlich, aber das Haus versteht sich nicht als Aktivismusprojekt — man kann hier essen, ohne über Ernährung zu sprechen. Zweitens: Ganze Torten muss man vorbestellen, spontan gibt es nur Stücke. Drittens: Die Sitzmöbel sind bewusst nicht auf lange Sitzungen ausgelegt; für vier Stunden Arbeit ist der Fensterplatz die richtige Wahl. Viertens: Es ist ein kleiner, inhabergeführter Betrieb — an vollen Nachmittagen bedeutet das eine kurze Wartezeit an der Theke und keinen Tischservice-Luxus.

Und noch eine Einordnung für alle, die schon einmal enttäuscht wurden: Vegane Torte hat in Berlin einen gemischten Ruf, weil sie oft von Betrieben gemacht wird, die keine Konditorei sind. Hier ist es umgekehrt — das Handwerk kam zuerst, der Verzicht danach. Das ist der Unterschied, den man auf dem Teller schmeckt.

Fragen und Antworten

Ist alles vegan?

Die Kuchen- und Süßwarenvitrine ja, vollständig. Auf der herzhaften Seite stehen daneben auch nicht-vegane Belegungen; die pflanzlichen Varianten sind aber überall gleichwertig ausgearbeitet.

Kann ich hier mit dem Laptop arbeiten?

Ja. WLAN ist kostenlos, Steckdosen gibt es an mehreren Plätzen, und die Aufteilung in mehrere Räume hilft. Die Sitzmöbel sind allerdings eher für zwei Stunden als für einen ganzen Tag gedacht.

Wird selbst gebacken?

Ja, das ist der Kern des Hauses. Die Gründerin ist gelernte Konditorin; Torten, Riegel und Cookies entstehen im eigenen Betrieb.

Kann ich eine ganze Torte bestellen?

Ja, auf Vorbestellung. Es gibt feste Sorten — von Passionsfrucht-Zitrone bis Kokos-Himbeer-Limette — und Klassiker wie gesalzene Erdnussbutter mit Schokolade.

Gibt es auch etwas Herzhaftes?

Ja: belegte Bagels und Brötchen zum Frühstück, mittags drei wechselnde Salate und eine vegane Tagessuppe oder ein Eintopf.

Ist es kinderfreundlich?

Bedingt. Der Zugang liegt ein paar Stufen über Straßenniveau, und die Räume sind eher kompakt — machbar, aber nicht die einfachste Adresse mit Kinderwagen.

Wann ist die Auswahl am größten?

Am frühen Nachmittag, wenn alle drei Tagestorten in der Vitrine stehen. Kurz vor Schluss ist die Auswahl deutlich kleiner.

Wie ist es mit dem Service?

Schnell und sachlich, gelegentlich betont knapp. Das ist Berliner Thekenkultur, kein Zeichen von Ablehnung.

Ist es hier laut?

Mittel. Weil sich der Betrieb auf mehrere kleine Räume und zwei Ebenen verteilt, findet man fast immer eine ruhigere Ecke.

Öffnungszeiten

Tag Zeiten
Montag 08:00–18:00
Dienstag 08:00–18:00
Mittwoch 08:00–18:00
Donnerstag 08:00–18:00
Freitag 08:00–18:00
Samstag 09:00–18:00
Sonntag Geschlossen

Gästebewertungen

  1. Nataliia Melnyk

    Я купую капучино в цьому кафе майже щоранку. Для мене всі кавові напої, приготовані в Café Neundrei, найсмачніші. У них широкий вибір сніданків на будь-який смак. Вибір справді великий.

  2. T. J.

    Es ist ein kleines nettes Café, sehr gut besucht. Es ist in mehrere Bereiche aufgeteilt (ich glaube 3 Zimmer). Wir hatten Erdbeer Schokotorte. Es war die beste vegane Torte, die ich bisher je gegessen habe! Auch die vega…

  3. Steve Morgan

    Трохи віддалено від головної площі Хакешер Маркт, але варто знайти. Зазвичай тут багато молодої клієнтури. Чудовий капучино та надзвичайно смачний вибір тортів.

  4. Roman TK

    Загалом, атмосфера дуже приємна; багато молодих людей просто люблять проводити тут час з чашкою кави. Я прийшла спеціально, щоб спробувати тістечка. Смак і вигляд тістечок досить цікаві – вони не надто солодкі, але дуже…

  5. Hubert Stein

    Флет вайт був непоганий – банановий хліб теж був смачним. Обслуговування за прилавком було щонайменше професійним, але абсолютно непривітним – навіть подяка не викликала жодної реакції – тож загалом, справді круто Меб…

Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-06 11:05:40

Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: berlinka.info sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

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