Wenn Panik ausbricht: Verfügbare Wege zur Krisenunterstützung in Berlin 

Tagesnachrichten und aktuelle Ereignisse prägen den Lebensrhythmus und werfen oft Fragen auf, auf die man sich eine schnelle und zuverlässige Antwort wünscht. Dies gilt insbesondere für Menschen im Ausland – Touristen oder Geflüchtete, die noch nicht genau wissen, wohin sie sich wenden sollen und welche Dienste in schwierigen Situationen helfen können. In solchen Fällen ist es entscheidend, geprüfte Informationen über verfügbare Unterstützungsdienste, Kontakte und Hilfeformate griffbereit zu haben. In diesem Material berichten wir über die Möglichkeiten in Deutschland und zeigen auf, wie man sich im Unterstützungssystem schnell zurechtfindet. Mehr dazu auf berlinka.info.

Berlin ist bekannt für sein gut ausgebautes System der psychologischen Hilfe, das kostenlos arbeitet und unabhängig von der Staatsangehörigkeit oder dem Visastatus zugänglich ist. Es gibt Soforthilfemanagement, Sorgentelefone und spezialisierte Beratungsstellen, die in mehreren Sprachen angeboten werden, was für Ausländer besonders komfortabel ist. Fachkräfte helfen bei der Orientierung, informieren über verfügbare Unterstützungsmöglichkeiten und vermitteln Kontakte zu entsprechenden Stellen. Für Geflüchtete aus der Ukraine werden Beratungen auf Ukrainisch und Russisch angeboten.

Welche Unterstützungsdienste arbeiten in Berlin in Krisensituationen?

In Berlin gibt es eine Reihe von Diensten, an die man sich bei akutem Bedarf oder in schwierigen Lebenslagen wenden kann. Jeder dieser Dienste arbeitet nach klaren Protokollen, bietet Beratungen an und hilft dabei, sich unter den verfügbaren Unterstützungsoptionen zu orientieren. Um den Zugang für Ratsuchende zu erleichtern, bieten die Dienste verschiedene Kommunikationswege an.

Um schnell den optimalen Unterstützungskanal zu wählen, sollte man die wichtigsten Fragen klären:

  1. Wird dringende medizinische Hilfe benötigt?
  2. Wird eine Beratung oder Information durch Spezialisten benötigt?
  3. In welcher Sprache ist die Kommunikation am angenehmsten?
  4. In welchem Stadtbezirk befinden Sie sich (für lokale Kontakte)?

Wenn die Situation sofortige Hilfe erfordert, sollte man direkt die Nummer 112 anrufen und nach Möglichkeit die Adresse nennen. Wenn das Anliegen nicht mit akuter medizinischer Hilfe verbunden ist, können andere Dienste genutzt werden. Zum Beispiel das Sorgentelefon (Telefonseelsorge) unter der Nummer +49 030 440 308 454, das rund um die Uhr, kostenlos und anonym mit Unterstützung auf Russisch und Ukrainisch arbeitet. Oder der Berliner Krisendienst, bei dem die Telefonnummern vom jeweiligen Berliner Bezirk abhängen und Beratungen auf Deutsch, Englisch und in anderen Sprachen verfügbar sind. Ein Anruf bei einem dieser Dienste ist keine bloße Formalität, sondern ein schneller und zuverlässiger Weg, um notwendige Informationen und Empfehlungen zu erhalten und die beste Option zu wählen.

„Sorgentelefon“ in Berlin – erste Linie für Information und Beratung

Das „Sorgentelefon“ (Telefonseelsorge) in Berlin fungiert als erste Anlaufstelle, bei der man eine schnelle Beratung und Informationen erhalten kann. Die Leiterin des Dienstes, Tatjana Mihalak (Tatjana Mihalak), erklärte Journalisten, dass Fachkräfte und Ehrenamtliche praktische Hilfe bei der Suche nach notwendigen Kontakten und Ressourcen leisten, wobei sie sich nach der Sprache des Anrufers richten. Der Dienst verfügt über eine umfangreiche Datenbank mit Adressen und Kontakten, bei denen Unterstützung auf Russisch, Ukrainisch und Deutsch möglich ist. Die Freiwilligen durchlaufen zertifizierte Schulungen zu Themen wie Sucht, Immigration, Gewalt, Verlust und Krisensituationen, was es ihnen ermöglicht, kompetent zu helfen und Menschen gezielt weiterzuleiten.

Falls ein Anrufer nicht sofort mit dem passenden Spezialisten verbunden werden kann, helfen die Berater dabei, einen Folgetermin zu einer passenden Zeit zu vereinbaren. Wiederholte Anrufe sind gängige Praxis; sie helfen dabei, zusätzliche Informationen zu erhalten, Kontakte zu präzisieren oder den optimalen Dienst für weitere Schritte auszuwählen.

Im Jahr 2023 verzeichnete das „Sorgentelefon“ über 9.000 Anfragen. Männer machten 58 % aller Klienten aus, Frauen 42 %. Zum Vergleich: Während der Pandemie stieg die Zahl der Anrufe um das Eineinhalbfache, und seit Beginn der Invasion Russlands in die Ukraine hat sie sich verdreifacht. Diese Daten belegen die hohe Nachfrage nach beratender Unterstützung und Information und bestätigen, dass Bewohner und Gäste Berlins diese Möglichkeit aktiv nutzen.

Wie arbeitet der Berliner Krisendienst?

Zudem gibt es den Berliner Krisendienst, der in mehreren Bezirken der Stadt vertreten ist und Beratungen sowie Informationsunterstützung für Bewohner und Gäste der Hauptstadt anbietet. Im Gegensatz zum „Sorgentelefon“ hat dieser Dienst keine zentrale Nummer: Für einen schnellen Kontakt muss man die Filiale finden, die für Ihren Stadtteil zuständig ist. Die Mitarbeiter beraten auf Ukrainisch und Russisch und helfen im Bedarfsfall immer dabei, die richtige Anlaufstelle zu finden.

Die telefonische Beratung ist rund um die Uhr erreichbar, und von 16:00 bis 00:00 Uhr sind alle 9 Standorte für persönliche Gespräche ohne vorherige Anmeldung geöffnet. In Notsituationen kann das Team an die angegebene Adresse ausrücken oder einen Arzt hinzuziehen. Ebenfalls verfügbar sind Videoberatungen, die vorab gebucht werden können. In den Standorten „Ost“ (Ost) und „Südost“ (Südost) ist es zudem möglich, Russisch oder Ukrainisch als Kommunikationssprache zu wählen.

Jedes Team des Berliner Krisendienstes setzt sich aus Psychologen, Sozialarbeitern und Pädagogen zusammen, von denen die meisten über Zusatzqualifikationen verfügen. Darüber hinaus gibt es eine spezialisierte Gruppe von Ärzten, die in Fällen hinzugezogen werden, die eine professionelle medizinische Beratung erfordern. Der Dienst hilft dabei, sich über verfügbare Unterstützungsformen zu informieren und stellt aktuelle Kontakte für das weitere Vorgehen bereit.

Psychiatrische Hilfe und Notaufnahmen in Berlin

In Berlin kann man direkte medizinische Hilfe auch ohne vorherige Überweisung in Anspruch nehmen. Psychiatrische Unterstützung ist rund um die Uhr verfügbar, auch in Krisensituationen, wobei den Patienten verschiedene Hilfeformate zur Verfügung stehen. Um die nächstgelegene psychiatrische Klinik zu finden, kann man die Website der Deutschen Stiftung Depressionshilfe nutzen: Nach Eingabe der Adresse zeigt das System die verfügbaren Einrichtungen an. In den Krankenhäusern werden sowohl Kurzzeitbehandlungen von wenigen Tagen als auch längere Programme von bis zu drei Wochen durchgeführt.

Für eine schnelle Orientierung in akuten Situationen ist es hilfreich, konkrete Einrichtungen zu kennen, die rund um die Uhr arbeiten:

  1. Alexianer St. Hedwig-Krankenhaus – zentrale Rettungsstelle für die Ortsteile Wedding, Gesundbrunnen, Moabit und Tiergarten.
  2. Psychiatrische Institutsambulanz – spezialisiert auf die Unterstützung von Migranten und Geflüchteten.
  3. Abteilung für psychiatrische Notfallmedizin im Alexianer St. Joseph-Krankenhaus (Berlin-Weißensee) – für Bewohner der Bezirke Weißensee, Pankow und Prenzlauer Berg.

Nach Möglichkeit wird empfohlen, vorab anzurufen, um den Besuch anzukündigen. Dies hilft dabei, Wartezeiten zu verkürzen und schneller die benötigte Beratung oder medizinische Hilfe zu erhalten.

Ambulante psychiatrische Hilfe in Berlin

Berlin bietet nicht nur stationäre Programme, sondern auch ambulante psychiatrische Unterstützungsdienste an. Diese richten sich an Migranten und Menschen, die von kriegerischen Konflikten betroffen sind, insbesondere aus der Ukraine, Israel und Gaza. Eine der zentralen Einrichtungen ist die ambulante psychiatrische Klinik der Charité Berlin, in der Beratungen ohne vorherige Terminvereinbarung möglich sind.

Die Fachkräfte der Einrichtung informieren detailliert über verfügbare Dienste, Kontakte und Wege zur weiteren Unterstützung. Den Patienten wird erklärt, wie sie sich im Hilfesystem zurechtfinden; es wird geraten, direkt bei Krankenhäusern und Ambulanzen anzurufen, um Beratungen zu erhalten und verfügbare Programme zu klären. Dies ist eine Standardpraxis, die es ermöglicht, schnell die benötigten Informationen zu erhalten und die verfügbaren Dienste effektiv zu nutzen.

Quellen:

  1. https://schon.berlin/feature/2024/03/28/chto-delat-esli-tebya-nakryvaet
  2. http://www.frauenkrisentelefon.de/startseite/
  3. https://www.deutsche-depressionshilfe.de/unsere-angebote/fuer-betroffene-und-angehoerige
  4. https://www.kirche-wolfsburg-wittingen.de/dienste/beratung/telefonseelsorge
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