Die deutsche Sportlerin und Ärztin Karin Büttner-Janz: Wenig bekannte Fakten ihrer Biografie

Die Hall of Fame des deutschen Sports ist ein besonderer Ort für das Land – ein virtuelles Denkmal für die besten deutschen Athleten, Trainer und Organisatoren. Im Jahr 2020 zählte sie 118 Persönlichkeiten, darunter die Weltmeisterin, zweifache Olympiasiegerin, vierfache Europameisterin und zwanzigfache DDR-Meisterin im Kunstturnen Karin Büttner-Janz. Ihre Einzigartigkeit liegt nicht nur in ihrer sportlichen Karriere, sondern auch darin, dass sie nach ihrem Rücktritt eine erfolgreiche Medizinerin wurde. Sie erlangte einen Doktortitel für die Entwicklung der künstlichen Bandscheibe, bekannt als „Charité-Disc“, arbeitete über 20 Jahre als Chefärztin in Berliner Kliniken und gründete die Stiftung Spinefoundation. Doch ihre Reise begann mit dem Kunstturnen. Mehr dazu auf berlinka.info.

Die Kindheit einer zukünftigen Meisterin

Karin Büttner-Janz wurde im Februar 1952 in Lübben, DDR, geboren. Ihr erster Trainer war ihr Vater, Guido Janz, ein Physik- und Sportlehrer, der ihr die Grundlagen des Turnens beibrachte. Karin erinnerte sich später daran, dass ihr Vater das Turnen liebte und eigene Trainingsmethoden an ihr ausprobierte. Mit zehn Jahren schrieb er sie an der Kinder- und Jugendsportschule in Forst ein.

In einem Interview mit hu-berlin.de berichtete Karin, dass sie unter der Woche in der Schule lebte und nur an Wochenenden nach Hause kam. Der Rhythmus aus Training, Schule und Wettkämpfen war fordernd, aber diese Disziplin legte den Grundstein für ihren späteren Erfolg. Neben dem Turnen interessierte sich Karin schon früh für Medizin und plante bereits als Jugendliche, Ärztin zu werden.

Erste sportliche Erfolge

Mit 15 Jahren gewann Karin ihre ersten beiden Medaillen bei den Europameisterschaften. 1968 holte sie bei den Olympischen Spielen in Mexiko-Stadt Silber am Stufenbarren und Bronze im Mannschaftsmehrkampf. Diese Erfolge machten sie international bekannt und verschärften den Trainingsplan.

Auf die Frage, ob sie ähnliche Erfolge in Westdeutschland erreicht hätte, antwortete Karin, dass der Vergleich schwierig sei. In der DDR wurden Talente wie sie kostenlos gefördert, während dies in Westdeutschland oft mit hohen Kosten verbunden war. Sie betonte, dass Erfolg nicht nur Talent erfordert, sondern auch Unterstützung und optimale Trainingsbedingungen.

Aufstieg zur sportlichen Legende

1970 besiegte Karin bei der Weltmeisterschaft Ludmilla Turischtschewa am Stufenbarren und gewann Gold. Zwei Jahre später übertraf sie bei den Olympischen Spielen in München die sowjetische Star-Turnerin Olga Korbut und sicherte sich Gold am Stufenbarren und im Sprung, dazu Silber im Einzel- und Mannschaftsmehrkampf sowie Bronze am Schwebebalken.

Ihr berühmtes „Janz-Salto“, erstmals 1971 präsentiert, wurde zum Markenzeichen. Später erklärte sie, dass die Perfektionierung dieses Elements ein Jahr intensiver Arbeit erforderte.

Abschied vom Sport und Beginn einer medizinischen Karriere

Nach den Olympischen Spielen 1972 kündigte Karin überraschend ihren Rücktritt an, um sich ihrem Traum zu widmen: der Medizin. Bereits während ihrer Turnkarriere studierte sie an der Humboldt-Universität. Den straffen Zeitplan zwischen Studium und Wettkämpfen meisterte sie mit Disziplin und Unterstützung ihrer Professoren.

Medizinische Erfolge

Karin Büttner-Janz entwickelte zusammen mit Kurt Schellnack die „Charité-Disc“, eine künstliche Bandscheibe, die weltweit neue Standards in der Wirbelsäulenchirurgie setzte. Sie veröffentlichte über 270 wissenschaftliche Arbeiten, Patente und Vorträge und erhielt 1986 den Nationalpreis der DDR für Wissenschaft und Technik. 2008 wurde sie Präsidentin des International Society for the Advancement of Spine Surgery.

Ehrungen und Fazit

Im Jahr 2020 blickt Karin Büttner-Janz ohne Bedauern auf ihre Entscheidungen zurück. Zu ihren Auszeichnungen gehören der Berliner Verdienstorden, der Goldene Vaterländische Verdienstorden und eine Ehrung des Internationalen Olympischen Komitees für sportliche und akademische Leistungen. Trotz ihrer beeindruckenden sportlichen Erfolge sieht sie sich heute vor allem als Ärztin, Wissenschaftlerin und Klinikdirektorin.

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