Rosa Luxemburg – Marxistin, Sozialistin, Feministin, eine der bekanntesten Berlinerinnen

Rosa Luxemburg war Politikerin und Journalistin und wurde zusammen mit Karl Liebknecht zu einer Symbolfigur des linken, antimilitaristischen Flügels der SPD. Sie war eine der bedeutendsten Vertreterinnen der europäischen Arbeiterbewegung. Obwohl sie in Polen geboren wurde und dort ihre politische Laufbahn begann, zählt Rosa Luxemburg zu den bekanntesten Berlinerinnen. Ihr Leben wurde zur Legende, und ihre Tätigkeit in Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts prägte die politische Geschichte Deutschlands. Mehr über die Revolutionärin und Feministin erfahren Sie auf berlinka.info.

Der Beginn ihrer politischen Laufbahn

Rosa Zamosc wurde am 5. März 1870 in Polen als Tochter des jüdischen Holzhändlers Elias Luxemburg und seiner Frau Lina, geborene Löwenstein, geboren.

Sie wurde im jüdischen Glauben erzogen. Nach dem Umzug der Familie nach Warschau besuchte Rosa ab 1880 die zweite Mädchengymnasium. 1888 legte sie ihr Abitur ab. Anschließend studierte sie Philosophie, Mathematik, Geschichte, Politik und Volkswirtschaft mit Schwerpunkt Politikwissenschaft an der Universität Zürich. 1894 gründete sie zusammen mit Leo Jogiches und Julian Balthasar Marchlewski die „Sozialdemokratie des Königreichs Polen“ (SDKP). 1897 promovierte Luxemburg in Zürich mit Auszeichnung über das Thema „Die industrielle Entwicklung Polens“. 1898 heiratete Rosa Luxemburg Gustav Lübeck. Von da an, im Alter von 28 Jahren, verband sie ihr Leben mit Deutschland und Berlin und erhielt die deutsche Staatsbürgerschaft.

Erste Verhaftungen

Ab 1903 war Rosa Luxemburg Mitglied des Internationalen Sozialistischen Büros. In dieser Funktion unterrichtete sie an der Parteischule der SPD in Berlin und trat auf Parteiveranstaltungen in ganz Deutschland vor großem Publikum auf. Sie arbeitete als Journalistin in der Redaktion der „Sächsischen Zeitung“.

1907 wurde sie wegen „Anstiftung zum Klassenhass“ zu zwei Monaten Haft verurteilt. In ihren Schriften befasste sich Luxemburg mit den Anfängen des Reformismus in der Sozialdemokratie. Am 5. August 1914 gründete sie zusammen mit sechs weiteren Parteimitgliedern, darunter Franz Mehring und Clara Zetkin, die „Gruppe Internationale“, der sich bald Karl Liebknecht anschloss. Daraus entstand 1917 die „Spartakusgruppe“, deren „Spartakusbriefe“ von Liebknecht und Luxemburg veröffentlicht wurden. Ihre vehemente Haltung gegen den Krieg führte 1914 zu einer Spaltung der SPD. 1915 wurde Luxemburg verhaftet und inhaftiert. Liebknecht wurde zum Militärdienst eingezogen. Auf eine kurze Freilassung 1916 folgte eine erneute Verhaftung wegen Landesverrats.

Feministische Grundsätze

Rosa Luxemburg war eine überzeugte Feministin. Sie setzte sich unermüdlich für das allgemeine Wahlrecht ein, das selbstverständlich auch das Frauenwahlrecht umfassen musste. Als Sozialistin wies sie jedoch auf die Klassenschranken zwischen Frauen hin: Ihrer Ansicht nach waren „Bürgerliche“ vor allem Konsumentinnen und daher Parasiten. Luxemburg erkannte klar, dass Arbeiterinnen die absurde Realität des Kapitalismus sofort auffallen musste: Die von Frauen geleistete Hausarbeit hatte für das kapitalistische System keinen Wert. Das durfte nicht so bleiben. Als sozialistische Feministin forderte sie, diesen absurden Zustand zu beenden.

Im Dezember 1918 gründeten die „Spartakisten“ und andere linke sozialistische Gruppen die KPD in Berlin. Luxemburg verfasste deren Programm. Am 14. Januar 1919 schrieb sie über die Revolution: „Ich war, ich bin, ich werde sein.“ Nach dem „Januaraufstand“ der „Spartakisten“ in Berlin wurden Rosa Luxemburg und ihr Mitstreiter Karl Liebknecht von Offizieren der Freikorps entführt. Sie wurden stundenlang verhört und gefoltert, bevor sie am 15. Januar 1919 am Berliner Landwehrkanal ermordet wurden.

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